Bis vor ein paar Jahren war Montenegro für mich absolutes Neuland. 2016 sind wir dann zur Familienreise aufgebrochen, die zwei meiner Mitarbeiterinnen konzipiert haben: mein Bruder samt Familie, ein Freund mit Familie und meine Familie, also sechs Erwachsene und 7 Kids zwischen sechs und sechzehn. Als wir in Podgorica ankamen, hatte es 38 Grad im Schatten, die Landschaft war karg, und ich dachte: Wie bitte? Da sollen wir jetzt wandern?

Gleich zu Beginn wurden wir dann aber zu einem klaren grünen Fluss gebracht, samt entspanntem Restaurant am Ufer, und konnten sofort baden gehen. Wir waren alle euphorisch, die Kinder genauso wie wir. Danach fuhren wir Richtung Norden, in den Dumitor-Nationalpark. Und schon nach sehr kurzer Zeit fanden wir uns in einer Gebirgslandschaft wieder, mit Flüssen, Bergen, Wäldern und so viel Grün, wohin man schaute. Das hatten wir so weit im Süden Europas nicht erwartet. Auch die Temperaturen waren dann gleich im „grünen Bereich“ für das Wandern. Am Abend haben wir gern unsere warmen Fleecejacken oder sogar eine leichte Daunenjacke angezogen.

Immer alles im Griff hatte unser Guide Marco, ein Hüne, der sich Deutsch und Englisch über das Fernsehen beigebracht hat und zur rechten Zeit einen Schmäh reißt. Er hat uns in ein uriges Hüttendorf gebracht, wo jede Familie ein Hüttchen für sich bezog. Das Abendessen kam in gewaltigen Portionen, selbst für große Esser unmöglich zu bewältigen: Wer eine Portion Forelle bestellte, fand vier (!) Forellen auf seinem Teller. Wir merkten später, dass das typisch ist, vor allem im Norden. Da herrscht die Einstellung: „Der Gast muss satt sein, mehr als satt, sonst ist er nicht zufrieden!“ Überall im Land schmeckt der Wein sehr gut, aber auch das einheimische Bier kann ich empfehlen.

Die nächsten Tage boten für alle TeilnehmerInnen unserer Reise, ob sie nun sechs oder 52 Jahre alt waren, viel Abwechslung. Diese unsere Familienreise hat 2013 auf der ITB, der weltweit größten Reisemesse, die goldene Palme bekommen, und sie hat vom Schafhirte-Spielen bis zu Reiten und Fluss-Canyoning wirklich einiges zu bieten. Wir sind durch schattige Urwälder gewandert, wo wir viele Schwammerln und Waldbeeren fanden. Letztere schmecken super zu frischem Joghurt, das man hier auf den Almen bekommt. Zu den schönsten Plätzen zählt für mich die Gegend um den Fluss Tara mit den grünen Hochalmen rundherum, kleinen Waldseen und Bächen zum Dammbauen. Hier haben wir eine Raftingtour durch die tiefste Schlucht Europas gemacht und sind mit einer fast ein Kilometer langen Zippline, einer Seilrutsche, oben drüber gesaust. Angeblich ist es die längste Seilrutsche in ganz Europa. Selbst unser damals sechsjähriger Leo wollte da, zusammen mit Mama Carmen, dabei sein.

Sehr schön war auch unsere Bootsfahrt über den Skadarsee, den größten See des Balkan, und seinen Zufluss. Es ist einer der Top-Plätze zum Vogelbeobachten in Europa. Ich habe hier so viele außergewöhnliche Vögel gesichtet: Dalmatiner-Pelikane, Rallenreiher, Pygmäen-Kormorane und wie sie alle heißen. Es waren viel mehr verschiedene Arten als im berühmten Donaudelta.

Fotos: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10153507971097030&type=1&l=1610e5590d
Reisen: https://www.weltweitwandern.at/europa/montenegro/


 

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